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Roche NPK, Bau 235 Kaiseraugst

4303
Kaiseraugst / Aargau
Schweiz
Mischnutzung
Itten+Brechbühl SA


Roche NPK, Bau 235 Kaiseraugst Neubau Parenteraliaproduktion, Büros und Labors

 

Architektur im Dienst grösstmöglicher Sterilität

Die Nachfrage nach innovativen Medikamenten, die durch Infusion oder Injektion – also parenteral – verabreicht werden, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Um die Kapazitäten zu erhöhen und die verschiedenen Betriebe zu konzentrieren, wurde in Kaiseraugst ein komplett neuer Galenikbetrieb errichtet.

Die spezielle Art der Produkte, die absolut steril sein müssen, bedeutet der Sache gemäss in erster Linie eine aussergewöhnliche technische Herausforderung.

 

Der industrielle Standort und der Nutzungszweck bestimmen die pragmatische Architektur. Der Sockel aus Beton passt sich der Geländetopografie an. Die Nutzungsgeschosse sind vollkommen verglast und schaffen so eine angenehme Arbeitsatmosphäre mit Bezug zum Aussenraum.

Klar ablesbar ist das Technikgeschoss, das sich hinter einer umlaufenden Blechverkleidung verbirgt. Die Südfassade ist geschlossen und ermöglicht Erweiterungsbauten. Markant ausgeprägt sind die freistehenden Treppenhäuser, ebenso die vorkragenden Eingangs- und Lieferungsschleusen aus Beton.

 

Die aktuellen internationalen Regeln für die pharmazeutische Industrie sind in diesem Gebäude das A und O. Vernetzte elektronische Systeme erhöhen dabei die Zuverlässigkeit und unterstützen die GMP-gerechte Dokumentation (GMP: Good Manufacturing Practice). Das Herzstück der Anlage befindet sich im ersten Obergeschoss. Dort finden die Lösungsherstellung und die Abfüllung der flüssigen, halbflüssigen und festen Arzneiformen statt.

Flüssigvials, Fertigspritzen und gefriergetrocknete Produkte werden je in einem klar strukturierten Modul hergestellt.

 

Konstante Umgebungsbedingungen sind für die anspruchsvollen und zum grössten Teil aseptischen (keimfreien) Prozessschritte unumgänglich. So nehmen energieeffiziente Lüftungsanlagen das gesamte zweite Obergeschoss in Anspruch, um die richtige Menge keimfreier, partikelarmer und klimatisierter Luft mit kontrollierter Feuchtigkeit zu liefern.

Wasser für Injektionszwecke, der Grundstoff parenteraler Arzneimittel, entsteht durch mehrfache Destillation in der Reinstmedizinzentrale im Untergeschoss.

 

Auftraggeber F. Hoffmann-La Roche AG  

Generalplaner Pharmaplan AG  

Architekten Itten+Brechbühl AG  

Planung 2006  

Baubeginn 2007  

Inbetriebnahme 2009  

Geschossfläche 13 050 m2  

Bauvolumen 42 000 m3  

Arbeitsplätze 150  

Fotos Ruedi Walti, Basel  

Text Konrad Tobler, Bern

 

Interview in der Zeitschrift Swiss Pharma mit Dr. Rainer Schmidt, Head of Sterile Drug Manufacturing, F. Hoffmann-La Roche Ltd., Kaiseraugst Ausgabe Nr. 4/2012